Artikel verschlagwortet mit ‘Rapid Reading’
Speed-Reading: Unser eingebauter Geschwindigkeitsregulierer
Die erste Lektion, die es auf dem Weg zum Speed-Reader mit Break Through Rapid Reading zu lernen gibt, ist eigentlich sehr banal: Nutze deinen eingebauten Geschwindigkeitsregulierer. Was damit gemeint ist? Unser Finger. Genauer genommen der rechte Zeigefinger. Einfach nur den rechten Zeigefinger beim Lesen unterhalb der Zeile entlang zu führen kann bereits zu einer deutlichen Steigerung der Lesegeschwindigkeit [gemessen in Words per Minute (WPM)] führen.
Der Finger kann uns dabei auf zwei Weisen beim Lesen behilflich sein. Zum Einen durch die Vorgabe des Lesetempos. Er gibt das Tempo vor, die Augen folgen mit ihren Fixationen. Zum Anderen hilft er dadurch, dass die Orientierung zwischen den Zeilen leichter fällt und so unnötige Zeilensuche verhindert werden kann. Geschwindigkeitsregulierung und Orientierungshilfe auf einmal. Da kann man ruhig auch ignorieren, dass man ein wenig wie ein Grundschüler wirkt, wenn man die Zeilen nacheinander mit dem Finger abfährt.
Produktivitätsverbesserung mit Speed-Reading
Nicht in vielen Bereichen wird man die eigene Produktivität mit etwas Übung um ein Vielfaches steigern können. Das Lesen von Texten bietet so eine Chance. Geübte Speedreader bringen es gut und gerne auf mehr als die fünffache Lesegeschwindigkeit von “Normallesern”. Berühmte Beispiele für Speedreader sind u.a. die ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy und Theodore “Teddy” Roosevelt. Von letzterem wird behauptet, dass er drei Bücher am Tag gelesen habe. Das erste davon morgens vor dem Frühstück.
Gemessen wird die Lesegeschwindigkeit in Words per Minute (WPM). Um sie zu ermitteln, geht man wie folgt vor:
- Man nehme ein gut lesbares Buch (keine Zeitung oder ein Magazin) und suche eine Stelle mit mindestens zehn aufeinanderfolgenden Seiten. Eine Stopuhr sollte auf drei Minuten eingestellt werden.
- In den drei Minuten liest man so lange, bis die Zeit abgelaufen ist, und markiert die Endstelle. Dann wird die Anzahl der gelesenen Zeilen gezählt. Halbe Zeilen werden entsprechend zusammengenommen, im Zweifel rundet man lieber ab. (Bsp.: 90 Zeilen)
- Nun nimmt man drei beliebige, aufeinanderfolgende Zeilen und summiert die Anzahl der Worte in diesen drei Zeilen. Diese Anzahl teilt man wiederum durch drei und erhält so die Anzahl der Worte pro Zeile. (Bsp.: 9 Worte/Zeile)
- Multipliziert man nun die Anzahl der gelesenen Zeilen mit der Anzahl der Worte/Zeile, erhält man etwa die Anzahl der in den drei Minuten gelesenen Worte. (Im Bsp.: 90×9 = 810 Worte)
- Zum Schluss wird diese Zahl noch durch drei geteilt und wir erhalten die Lesegeschwindigkeit in WPM. Im Beispiel also 270.
Doch Speed-Reading ist keine reine Geschwindigkeitsmaximierung. Ebenso zielt es darauf ab, die Erinnerungsleistung zu erhöhen. Nur so kann auch wirklich eine Produktivitätsverbesserung erreicht werden. Gemessen wird dies an der Anzahl an Gegenständen aus dem gelesenen Text, an die man sich nach dem Lesen (ungestützt, also ohne nachzuschauen) erinnern kann.
Hilfreiche Übungen zur Steigerung der Lese- und Erinnerungsleistung gibt es unter anderem im Buch Break Through Rapid Reading von Peter Kump, dem ich mich in der nächsten Zeit noch intensiver widmen werde.





